Aufgabenträgerschaft BID Tibarg II und Umsetzung ökonomisches Quartiersmanagement Tibarg

Mit der Einrichtung des BID Tibarg II in Hamburg-Niendorf - Senatsbeschluss vom 09.02.2016 - setzt die Firma Stadt + Handel City- und Standortmanagement BID GmbH als ausgewählter Aufgabenträger die geplanten BID Maßnahmen auf dem Tibarg um. Bereits die Vorbereitungsphase wurde durch den Aufgabenträger umfassend begleitet.

Der Tibarg ist das pulsierende Herz des Hamburger Stadtteils Niendorf. Um das Einkaufen und den Aufenthalt im Quartier zu verbessern, wurde hier vor mehr als fünf Jahren der erste und bisher einzige Business Improvement District (BID) im Hamburger Bezirk Eimsbüttel durch Initiative der Grundeigentümer eingerichtet. Der BID Tibarg engagiert sich seit dem 30.11.2010 mit einem Gesamtbudget von 1,75 Mio. Euro in den drei klassischen BID Themen Bau, Service und Marketing.

Besonders deutlich fallen die vom BID Tibarg finanzierten und 2012 realisierten Bau- und Renovierungsmaßnahmen an der „Möblierung“ des Tibarg, des Niendorfer Marktplatzes und der Straße Zum Markt ins Auge. Die neue LED-Straßenbeleuchtung, die Brunnenanlage, der Dorfplatz mit saisonal wechselnder Bepflanzung, die Spielflächen für Kinder und die vielen zusätzlichen und erneuerten Fahrradabstellbügel haben die Aufenthaltsqualität erheblich verbessert und werden von Kunden, Passanten und Anwohnern geschätzt und gern genutzt.

Seit seiner Einrichtung organisiert der BID Tibarg mit dem von ihm finanzierten weitverstandenen professionellen Quartiersmanagement im Servicebereich einen bereits nach kurzer Zeit als unverzichtbar empfundenen zusätzlichen Winterräumdienst sowie zusätzliche Straßenreinigungen des BID Tibarg-Bereichs. Als stimmungsvoller Eyecatcher dient die bereits im Dezember 2010 vom BID Tibarg finanzierte und seitdem jährlich zum Advent installierte Weihnachtsbeleuchtung. Eine besonders wichtige und wesentliche Aufgabe des Quartiersmanagements ist die professionelle und umfangreiche Vermarktung des Stadtteilzentrums.

Der Tibarg und die anderen zum Innovationsbereich gehörenden Bereiche haben durch diese BID–Maßnahmen in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld, trotz starker Konkurrenz durch benachbarte Einzelhandelsstandorte sowie der rasanten Entwicklung internetbasierter Onlinehandelsformen einen deutlich spürbaren Aufwärtstrend erfahren. Einen Flächenleerstand gibt es nicht, im Gegenteil, die Nachfrage nach Einzelhandels- und Büro/Praxis–Flächen hat deutlich zugenommen, Grundeigentümer berichten von guten und stabilen Vermietungsergebnissen. Das vom BID Tibarg beauftragte Standortgutachten zum „Geschäftszentrum Tibarg“ vom Februar 2015 bestätigt diese Einschätzung und attestiert dem Stadtteilzentrum Tibarg ebenfalls eine im Vergleich zu Konkurrenzstandorten überraschend positive Entwicklung, spricht zugleich aber auch Handlungsempfehlungen für die Zukunft aus.

Um die realisierten Erfolge zu erhalten und den mit dem ersten BID erreichten  Aufwärtstrend fortzusetzen, haben die Initiatoren des BID Tibarg I auf Grundlage des Gesetzes zur Stärkung der Einzelhandels-, Dienstleistungs-, und Gewerbezentren (GSED) am 17. September 2015 beim Bezirksamt Eimsbüttel den Folgeantrag zur Einrichtung des „BID Tibarg II“ gestellt der nunmehr mit dem Senatsbeschluss vom 09. Februar 2016 offiziell beschlossen wurde.

Das Konzept für den BID Tibarg II sieht ein Gesamtbudget von rd. Euro 1,2 Mio. vor. Nachdem sich der Tibarg durch die Baumaßnahmen des 1. BID äußerlich bereits in einem sehr attraktiven Zustand befindet, wird sich der BID Tibarg II auf die Bereiche Service - mit einem weitverstandenen professionellen Quartiersmanagement, zusätzlicher Straßenreinigung und einem zusätzlichen Winterräumdienst - sowie einem umfangreichen Standortmarketing konzentrieren. Beim Standortmarketing möchte der BID Tibarg II neue Wege gehen und die zunehmende Digitalisierung als Chance für den Tibarg nutzen. Die technischen Grundvoraussetzungen hat der BID Tibarg mit der Installation des FREE WLAN auf dem Tibarg sowie der sehr umfangreichen den heutigen Anforderungen entsprechenden modernen Internetpräsenz bereits geschaffen. Durch den BID Tibarg II sollen etwaige noch vorhandene Lücken in der WLAN-Abdeckung durch weitere Sender und Empfangsstationen geschlossen werden. Damit ist die Basis vorhanden, um mit dem BID Tibarg II den Standort digital und zeitgemäß aufzustellen und zu vermarkten. Die Entwicklung einer umfassenden Marketing- und Verkaufsplattform für den stationären Handel sowie die lokale Gastronomie und Dienstleistungsbranche - mit bspw. digitaler Verfügbarkeitsanzeige von Produkten, Reservierung von Produkten zur Abholung, digitalem Lageplan inkl. Navigation, digitalem Parkplatz- und Terminservice - soll hierbei das Ziel sein. 

Als Aufgabenträger des BID Tibarg II wurde die Firma Stadt + Handel City- und Standortmanagement BID GmbH ausgewählt. Geschäftsführende Gesellschafterin des Unternehmens ist Frau Nina Häder, die den BID Tibarg bereits in den vergangenen sieben Jahren in seiner Vorbereitungs- und Durchführungsphase als BID- und Quartiersmanagerin erfolgreich begleitet hat.

Die Attraktivität des Tibarg und dessen von vielen Besuchern und Kunden empfundenes besonderes Flair soll mit den Maßnahmen des beantragten BID Tibarg II in der Zukunft mindestens erhalten, möglichst noch weiter gesteigert werden. Das Stadtteilzentrum Tibarg mit seinem guten und vielfältigen Einzelhandels- und Dienstleistungsangebot, soll auch in den nächsten Jahren weiter fähig sein, als Kunden- und Besuchermagnet nicht nur für die Einwohner von Niendorf, Lokstedt und Schnelsen, sondern auch für die Bewohner des gesamten nordwestlichen Hamburgs und der angrenzenden schleswig-holsteinischen Landkreise zu dienen.

Handlungsschwerpunkte Aufgabenträgerschaft


Der Aufgabenträger hat folgende Tätigkeiten im Sinne der größtmöglichen Transparenz und der engen Abstimmung mit dem Lenkungsausschuss des BID und den betroffenen Hamburger Behörden wahrzunehmen:

  • Geschäftsführung des BID: Zur Geschäftsführung des BID gehören die Pflege des Internetauftritts gemäß GSED §. 5 Abs. 3 Satz 2, Aufstellung von Wirtschaftsplänen (inkl. Information der Eigentümerschaft und der betroffenen Freiberufler und Gewerbetreibenden), Änderung von Wirtschaftsplänen (inkl. Information der Eigentümerschaft und der betroffenen Freiberufler und Gewerbetreibenden), Abrechnung der jeweiligen Wirtschaftsjahre und des beendeten BID unter Bereitstellung aller dafür notwendigen Unterlagen sowie die Teilnahme an der Prüfung der Geschäftsführung durch die Handelskammer Hamburg. Auch das Einholen von rechtlichem Rat zu Verträgen oder zu Positionen der Freien und Hansestadt Hamburg gehört zu den Aufgaben des Aufgabenträgers.

  • Gremien und Koordination des BID: Die Geschäftsführung eines oder mehrerer Ausschüsse zur Steuerung des BID, sind ebenso Aufgabe des Aufgabenträgers wie die Vertretung des BID bei Gremiensitzungen oder bei Hamburger Behörden.

  • Information und Kommunikation sowie Kontaktpflege mit Grundeigentümern: Die Kommunikation über und zum BID erfolgt durch den Aufgabenträger, z.B. die Beantwortung von Fragen zum BID im Allgemeinen, zur Geschäftsführung und zur Umsetzung von Maßnahmen, die von Grundeigentümern,  Mietern, Medien oder der Wissenschaft gestellt werden sowie die Teilnahme an und Durchführung von Presseterminen zum BID. Das Erstellen von Tätigkeitsberichten gehört ebenfalls in den Aufgabenbereich des Aufgabenträgers.

  • Kommunikation mit der Freien und Hansestadt Hamburg: Bei Planungsprozessen, z.B. bei Umgestaltungen im öffentlichen Raum, oder wenn es Probleme bei der Umsetzung von Maßnahmen gibt, nimmt der Aufgabenträger die Abstimmungsgespräche wahr. Beispiele hierfür sind Gespräche bei und mit Behörden, die Durchführung von Genehmigungsverfahren oder die Wahrnehmung der Rolle als Träger öffentlicher Belange. Der Aufgabenträger ist für die FHH der vorrangige Ansprechpartner für alle Belange des BID. Die Teilnahme an Sitzungen von politischen Gremien der zuständigen Behörden ist ebenfalls Aufgabe des Aufgabenträgers.

  • Umsetzung des Maßnahmen- und Finanzierungskonzepts: Damit sind alle Steuerungsaufgaben gemeint, die bei der Umsetzung des BID anfallen: Vergabe und Abschluss von Aufträgen, Kontrolle und Abnahme der Leistungserbringung von Auftragnehmern, Abstimmung und Definition von Maßnahmen mit den Gremien des BID und mit Auftragnehmern.

  • Begleitung von Gerichtsverfahren: Manche Widersprüche gegen den Abgabenbescheid münden in ein Gerichtsverfahren. Zu diesen Verfahren werden die Aufgabenträger von den Gerichten beigeladen. Die Teilnahme an den Gerichtsterminen und ggf. das Aushandeln von Vergleichen mit der Gegenseite sind Teil der Aufgabenträgertätigkeit.

 

Handlungsschwerpunkte Quartiersmanagement:

 

  • Koordination und Organisation im Quartier, z.B. Kümmern um Missstände im Quartier in Bezug auf Sauberkeit und Sicherheit, Vor-Ort-Präsenz etc.
  • Ansprechpartnerfunktion für Kunden und Mieter.
  • Teilnahme an Gremiensitzungen des BID und des Quartiers und ggf. der Freien und Hansestadt Hamburg und ihrer politischen Gremien zur Vertretung der Anliegerinteressen.
  • Teilnahme an Abstimmungsterminen über die Maßnahmenumsetzung des BID.
  • Initiierung und Durchführung von PR- und Öffentlichkeitsarbeit, regelmäßige Pressepräsenz. • Zusammenarbeit und Unterstützung der Arbeitsgemeinschaft Tibarg e.V..
  • In Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Tibarg e.V. Planung, Organisation und Durchführung der jährlich wiederkehrenden Veranstaltungen auf dem Tibarg wie bspw. Autoschau, Tibargfest, Bauernmarkt & Weinfest, Nordische Weihnachten, Sonntagsöffnungen; Initiierung neuer Veranstaltungen/Aktionen.
  • Initiierung und Durchführung von Werbemaßnahmen für das Quartier gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Tibarg e.V., insbesondere auch im Zusammenhang mit den oben bezeichneten Aktivitäten und Veranstaltungen auf dem Tibarg.
  • Informationsfluss am Standort sicherstellen.
  • Einbindung örtlicher Vereine und Verbände um Synergien zu nutzen. • Intensive Lobbyarbeit gegenüber Verwaltung, Politik, Vereinen für Quartiersinteressen.